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Schuldig im Sinne der Anklage

 

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Michael Weyland über „Social-Media-Polygamie“

Ja, ich habe es getan. Ich bin „Schuldig im Sinne der Anklage!“ Noch vor wenigen Tagen habe ich im Brustton der Überzeugung verkündet, dass ich mir nicht auch noch Google + antun werde. Ach, Sie erinnern sich, dass ich das Gleiche schon mal behauptet habe, als es um Facebook ging. Stimmt, auch da musste ich dann zugeben, dass ich im Sinne der Anklage schuldig geworden bin!

Und jetzt ist es wieder passiert! Ich bin doch einer Einladung zu Google+ gefolgt. Ehrlicherweise muss ich sagen, ich habe mir eine solche erbeten, allerdings wurde dies nur notwendig, weil ich zunächst tatsächlich mehrere unaufgeforderte Einladungen abgelehnt habe. Denn ich wollte wirklich nicht in dieses Netzwerk! 14 lange Tage nicht! Und das hat auch seinen guten Grund.

 

 

Eigentlich bin ich ja überzeugter Twitterer. Zu meiner großen Freude habe ich es dort bereits mehrfach sogar auf Platz 1 der Twirus-Rangliste geschafft, obwohl mir nach wie vor schleierhaft ist, wie diese Rangliste zustande kommt. Aber wie sagte ein mit mir befreundeter philosophisch angehauchter Schreiner einmal? „Es ist halt so“.

Doch zurück zu Google + und meinem Rechtfertigungsversuch!

Wer sich Facebook und Twitter im Vergleich anschaut, der muss zugeben, dass es zwischen diesen beiden Social-Media-Portalen strukturelle Unterschiede gibt. Twitter ist für mich einfach das schnellere Medium, Facebook das buntere, auch wenn man mit dem einen oder anderen Zusatztool auch bei Twitter bunte Bilder verbreiten kann. Und während – zumindest für mich – Twitter eher der schnellen Informationsbeschaffung und der pointierten Meinungsäußerung dient, sehe ich Facebook mehr als gesellige, virtuelle Kneipe. Insofern konnte ich meinen Beitritt zur Facebookgemeinde noch dergestalt rechtfertigen, dass ich ja auch neben der Zeitung zum einen Radio als zweites und Fernsehen als drittes Medium verwende. Das sind ganz klar unterschiedliche Medien, die aber in eine Richtung zielen. Informationsvermittlung! Ähnlich sehe ich das auch bei Facebook und Twitter.

Zugegebenermaßen überschneiden sich meine Twitter- und meine Facebookfreunde in einem hohen Maß. Aber ich habe auch einige virtuelle Freunde, die sich nur dem einen oder nur dem anderen Medium widmen. Und genau da gehen die Probleme dann los. Natürlich kann man mit einem Hilfsprogramm wie TweetDeck beide Medien – eingeschränkt – in einem Arbeitsgang bearbeiten. Aber das klappt nur theoretisch, denn wie ich bereits erwähnt habe, sehe ich diese beiden Medien inhaltlich nicht deckungsgleich. Natürlich gibt es die eine oder andere Information oder Meinungsäußerung, die ich identisch bei Twitter „tweete“ und bei Facebook „poste“, aber oft mache ich mir auch die Mühe, aufgrund der unterschiedlichen möglichen Nachrichtenlänge dann doch zwei verschiedene Nachrichten draus zu machen. Und manches, was eher mit Bildern lebt, gebe ich sogar „nur“ bei Facebook weiter. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch, dass Leser von Facebook Nachrichten, die mit Tweetdeck in beide Systeme eingestellt wurden, diese nicht einfach „Teilen“, also auf Knopfdruck weitergeben können, während Twitterer diese sehr wohl auf Knopfdruck „retweeten“ können. Doch ich will Sie gar nicht mit diesen Details langweilen. Sie haben aber bestimmt herausgelesen, dass die Anwesenheit in beiden Social-Media-Netzen doch zeitintensiv ist. Vielleicht versuchen wir es mit einem Vergleich aus der Automobilszene. Twitter und Facebook sind beispielsweise wie Ferrari und Bentley. Ohne das bewerten zu wollen. Das eine ist ein hochkarätiger Sportwagen, das andere eine hochkarätige Luxuslimousine. Ich weiß, das ist doppelt gemoppelt, eine Luxuslimousine ist eigentlich immer hochkarätig. Ich könnte jetzt auch ein wenig auf den humanistischen Putz hauen und erwähnen, dass mir durchaus geläufig ist, dass man das hochtrabend auch als „ Pleonasmus“ bezeichnen kann. Doch zurück zu Ferrari und Bentley. Wer das Geld dafür und das Interesse daran hat, der gönnt sich halt beides. Anders scheint es mir allerdings mit Facebook und Google+ zu sein. Da könnte man dann Vergleiche zwischen Bentley und Rolls Royce ziehen. Ja, auch zu Maybach, um ein deutsches Produkt zu erwähnen. Oder, eine Nummer kleiner, von Audi und BMW oder von Opel und Volkswagen. Hier wird es immer zwei Lager geben. Die einen mögen diesen, die anderen jenen. Die Argumente sind in aller Regel absolut subjektiv und können daher nur in seltensten Fällen widerlegt werden. Allerdings kauft man sich in der Regel eben nicht Golf und Astra, sondern nur einen davon. Oder man erinnert sich dran, dass es ja auch noch einen Ford Focus gibt! Doch was bedeutet das nur für Twitter, Facebook und Google+. Zu behaupten, man könne sich alle drei leisten, weil sie ja kostenlos sind, der übersieht, dass der wirkliche Kostenaufwand die Zeit ist, die man für die Pflege der Netzwerke investieren muss! Also müsste man eigentlich sagen, dass Google+ neben dem immerhin 700 Millionen Mitglieder zählenden Facebook-Netzwerk weder nötig, noch sinnvoll ist. Dabei vergisst man aber leicht, dass Google weltweit die Suchmaschine Nr.1 ist. Und die Hoffnung, bei Googles Suchmaschine als +-Mitglied besser in Suchergebnissen vorzukommen als das konkurrierende „Nur-“ Facebookmitglied, ist ja nicht von der Hand zu weisen, oder? Noch ist Google+ in der Testphase, das Ganze ist eine elitäre, kleine Gruppe von Leuten, die sich dann als "opinion leaders" betätigen können. Und wer will auf die Chance schon verzichten…..

Und wie ich feststellen konnte, ist auch die in Sachen „Social-Media“ sehr affine und allseits hochgelobte Rhein-Zeitung schon bei Google+ .

Also halte ich es in Sachen Google+ Verweigerung wie Konrad Adenauer, den „sein dummes Geschwätz von gestern “ auch nicht kümmerte. Google +, ich komme ….. und harre der Dinge, die da kommen! Social Media-Polygamie hin, Zeitnot her.

PS:

Ich habe keine Ahnung, wie die Funktionsweise des nachfolgenden Google+ Buttons ist. Vermutlich ähnlich wie bei Facebook und Twitter. Wissen Sie was? Klicken Sie einfach mal drauf, dann werden wir schon sehen, was passiert. Ach, drücken Sie doch vorsichtshalber auch noch auf den Facebook und Twitterbutton. Man weiß ja nie …

Auf ein fröhliches Zusammen-„Plussen“….. Oder wie nennt man das dann?

 

 

 

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